Klaus Kinski

Der 1926 in der Gegend von Danzig als Klaus Günter Karl Naksynski geborene Schauspieler Klaus Kinski gilt als einer der exzentrischsten, aber auch herausragendsten, deutschen Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Durch die häufige Verkörperung psychopatischer und verrückter Charaktere, machte er diese Rollen zu seinem Markenzeichen.

Nach seiner Kindheit und Jugend in ärmlichen Verhältnissen, hatte Kinski seine ersten Auftritte im Theater eines britischen Kriegsgefangenenlagers in den Niederlanden. Ab 1946 war er, trotz des Fehlens einer Schauspielausbildung, auf verschiedenen Bühnen in Berlin zu sehen und arbeitete unter anderem mit Boleslaw Barlog zusammen. Dieses Verhältnis wurde jedoch durch einen von Kinskis legendären Wutausbrüchen beendet, woraufhin dieser kurzzeitig die Schauspielschule von Marlise Ludwig besuchte und dort auch mit Harald Juhnke übte.

Ebenfalls kontrovers war Kinskis erster Film, „Morituri“, der von KZ-Häftlingen und deren Flucht vor ihren deutschen Peinigern erzählte. Bis zu seinem endgültigen Durchbruch verging jedoch noch einige Zeit, in der er auf kleineren Bühnen zu sehen und von einem unsteten Lebenswandel, inklusive zweier Suizidversuche und einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, geprägt war.

Der breiten Masse wurde Kinski schließlich durch die „Edgar Wallace“-Filme und Doktor Schiwago im Jahr 1965 bekannt. Ab diesem Zeitpunkt war seine Karriere nicht mehr nur auf Deutschland beschränkt, sondern er spielte auch in internationalen Produktionen wie Sergio Leone Für ein paar Dollar mehr und an der Seite von Jack Lemmon und Walter Matthau in Billy Wilders letztem Film Buddy Buddy.

In Deutschland drehte Kinski mehrere Filme mit dem Regisseur Werner Herzog, unter anderem Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu - Phantom der Nacht und Woyzeck. Trotz dieser langen Zusammenarbeit war ihr Verhältnis nie ein einfaches gewesen, es kam häufig zu grundlosen Wutausbrüchen Kinskis und Diskussionen über die Regie.

Typisch für fast alle Filme Klaus Kinskis war seine Darstellung getrriebener und teilweise psychopatischer Figuren, die sowohl durch seine stechenden Augen und seinen „irren“ Blick, als auch durch ein von ihm entwickelte Technik, plötzlich vor der Kamera aufzutauchen und direkt in sie zu starren, die sogenannte „Kinski-Schraube“, eine besondere Ausdruckskraft und Glaubwürdigkeit.

Am 23. November 1991 erlag Klaus Kinski in seinem Haus in Kalifornien einem Herzinfarkt und starb, entgegen seiner Lebensgeschichte, „eines völlig natürlichen, friedlichen Todes im Bett“. Er wurde 65 Jahre alt.
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Kommentare zu Klaus Kinski

Jürgen Schanze schrieb am 23.05.2010

Solche Schauspieler brauch das Land.Die Fuzzies die heute auftreten und glauben sie sind Superstars können Klaus Kinskie nicht das Wasser reichen.
Schade die Welt hat ein Phänomen verloren.